Lebensgemeinschaft Irmendal Haus Buchholz.
Kleine heilpädagogisch-inklusive Familienwohngruppe mit 4 Plätzen
Die heilpädagogisch-inklusive Wohngruppe Irmendal in Dortmund Buchholz hat 4 Plätze für Kinder ab dem Alter von ca. 5 Jahren, die mittel- bis langfristig einer Unterbringung bedürfen. In dieser Wohngruppe hat eine Heilpädagogin als innewohnende Fachkraft mit ihrem Sohn ihren Lebensmittelpunkt. Die innewohnende Fachkraft übernimmt die Gruppenleitung.
Der familiäre Rahmen fließt mit den fachlichen Kompetenzen zusammen, sodass die Kinder ein stabiles Zuhause erfahren und mit ihren Stärken und Schwächen so angenommen werden können, wie sie sind.
Die Wohngruppe liegt auf einem Hügel in einem waldreichen Gebiet in Dortmund. Das Haus verfügt über einen wunderbaren Garten in dem die Kinder sich geschützt entwickeln können. Überwiegend an der frischen Luft draußen erleben sich die Kinder im Tun.
Personelle Ressourcen / Vertretung im Krankheitsfall
Neben der innewohnenden Fachkraft arbeitet ein Erzieher in Vollzeit und ein Erzieher in Teilzeit in der Gruppe. Sie verbringen gemeinsam den Ablauf des Tages, pflegen Elternkontakte der aufgenommenen Kinder, kümmern sich um schulische Belange und Freizeitaktivitäten. Die Mitarbeiter übernehmen die Hauptverantwortung der Lebensgemeinschaft bei Krankheit und Urlaub.
Im Notfall kann bei Betreuungsengpässen auch auf Mitarbeiter des Trägers zurückgegriffen werden. Diese sind den Kindern durch trägerübergreifende Aktivitäten bereits bekannt.
Unser Betreuungsschlüssel: 1 : 1,42
Umfeld/Räumlichkeiten
Der besonders schöne große Garten bietet viele Erlebnisräume (Verstecken, Verweilen, Rennen, Fangen, Toben, Obst pflücken o.ä.). Im Grünen gelegen, bietet jedoch die Nähe zur Dortmunder Innenstadt oder anderen Vororten alle sozialen und medizinischen und therapeutischen Angebote.
Zielgruppe
Die Gruppe nimmt Kinder mit folgenden Schwerpunkten:
•Bindungs- und Beziehungsstörungen
•Entwicklungsverzögerungen
•Wahrnehmungsstörungen
•Verhaltensauffälligkeiten
•Lernbehinderungen
•Traumata
•Seelische und geistige Behinderungen
Rechtsgrundlage
§§ 34, 35a und 41 SGB VIII
Ziele
•Aufbau der Bindungs- und Empathiefähigkeit
•Körperliche und seelische Nachreifung
•Ausbildung der Sinne
•Abbau von Ängsten
•Selbstbewusstsein
•Erweiterung von sozialen Kompetenzen
•Steigerung der Kommunikationsfähigkeit, Ausdrucksmöglichkeiten
•Entwickeln lebenspraktischer Fähigkeiten
Bindung
Besonders in den ersten Lebensjahren zeigen sich bei den Kindern oftmals große Einschnitte in der Bindungssicherheit. In der kleinen und betreuungsintensiven Gruppe wird vorrangig auf Beziehungsangebote geachtet, die ein Nachreifen der Bindungsfähigkeit ermöglichen sollen. Die emotionale Stabilität ist eine wichtige Basis für das Selbstbewusstsein, Beziehungen, Lernen und vieles mehr.
Wahrnehmung
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung der Wahrnehmung. Frühe Störungen der Entwicklung beeinträchtigen die Sinnesempfindungen und ankommende Reize werden verzerrt aufgenommen. Veränderung in Muskeltonus und Atmung, Über- oder Unteraktivität, Stressanzeichen, Fehleinschätzung der Umwelt usw. sind deutliche Anzeichen dafür. Hier versuchen wir über gezielte Reizangebote diese zu regulieren und über heilpädagogische Angebote die Sinne zu pflegen, da sie das Tor zur Außenwelt sind.
Freude
Bei allen Schicksalsschlägen, die die Kinder schon erlebt haben, bei allen Schwierigkeiten, die im Alltag auftreten, schaffen wir eine freundliche Atmosphäre, die durch Freude am Tun begleitet wird.
Diese Schwerpunkte werden in einen rhythmischen Alltag eingebettet.
Zu starke Reize halten wir in der Anfangszeit zurück. Ein überschaubares Umfeld und Geborgenheit möchten wir in der Gruppe bieten, damit eine vertrauensvolle Basis entstehen kann und den Kindern Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und ein soziales Miteinander ermöglicht werden kann.
Es besteht eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Häusern Irmendal Haus Buchholz und Irmendal Haus Wellighofen. Es werden gemeinsame Feste gefeiert oder Aktivitäten zusammen gestaltet. Der Garten in Buchholz steht den Kindern in Wellinghofen ebenfalls zu Verfügung. Durch die großzügigen Räumlichkeiten und der guten Personellen Besetzung besteht die Möglichkeit Kinder aus anderen Gruppen bei sich zeitweise aufzunehmen (z.B. als Feriengast, in Krisen oder als Besucherkinder, da sich Freundschaften gebildet haben.)
Elternarbeit
Wir bieten individuelle Elternarbeit an:
• Telefonkontakte zwischen den Betreuern und den Eltern
• Telefonkontakte begleitet oder unbegleitet zwischen Eltern und Kinder
• Begleitete, wie unbegleitete Besuchskontakte
• Elterngespräche als Vor- oder Nachbereitung zu den Treffen
• Begleitung der Besuche von externen Terminen (Schule, Arzt, Amt usw.)
Die Kontakte gestalten sich inhaltlich unterschiedlich in Bezug auf die Art und Weise der Unterbringung. Lebt das Kind langfristig in der Wohngruppe liegt der Schwerpunkt in der Zusammenarbeit darin, dass positive Begegnungen das Kind stärken sollen. Dem Kind wird Hilfestelung gegeben zu Fragen über seine Herkunft und seiner Biographie.
Bei Kindern, die in der Rückführung stehen, liegt der Schwerpunkt der Begegnungen darin, dass den Eltern im Laufe der Zeit immer mehr Erziehungsverantwortung übertragen wird. Hier geht es nicht darum positive Erfahrungen zu machen, sondern auch mal Krisen in Begleitung zu bewältigen.
Der Herkunftsfamilie treten wir mit Wertschätzung gegenüber und beziehen diese individuell in den Erziehungsprozess mit ein.